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Behandlungsdauer
Wie lange dauert eine Implantatbehandlung insgesamt? Wie viel Zeit
muss insgesamt für die gesamte Behandlung einkalkuliert werden?
Diese Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Hier spielen individuelle
Faktoren eine wesentliche Rolle. Vor dem Einsetzen der Implantate ist zunächst
eine gründliche Untersuchung durch den Zahnarzt erforderlich. Sinnvollerweise
wird diese ergänzt durch eine internistische Untersuchung, die ein mit dem
Zahnarzt kooperierender Facharzt für Immunologie durchführt. Hier wird
der Immunstatus des Patienten ermittelt. Sofern das Untersuchungsergebnis eine
Abstoßungsgefahr erkennen lässt, sollten vor dem Eingriff immunstabilisierende
Maßnahmen eingeleitet werden, die für den Patienten die größtmögliche
Sicherheit bieten. Für die Vorphase mit Beratung, Aufklärung, Voruntersuchung
und Diagnostik muss, je nach Patient, eine Zeit zwischen 2 und 8 Wochen einkalkuliert
werden. Danach erfolgt der Implantateingriff. Je nach Kiefersituation des Patienten
muss für die Einheilzeit zwischen 2 und 6 Monaten eingerechnet werden. Grundsätzlich
gilt, dass die Sicherheit für den Patienten an oberster Stelle stehen sollte.
Wie lange muss ich mit einer provisorischen Lösung leben, bis die prothetische
Versorgung komplett abgeschlossen ist?
Zunächst einmal verlässt selbstverständlich kein Patient die Praxis
nach der Implantation zahnlos. Ein Provisorium stellt sicher, dass die ästhetischen
Ansprüche in jedem Fall erfüllt werden. Dieses Provisorium kann zwar
ggf. festsitzend gestaltet werden, ist aber zunächst kein vollständiges
und voll belastbares Kauinstrument, sondern eine kosmetische Maßnahme,
mit der man weiche Kost problemlos zu sich nehmen kann. Nach einer Abheilphase
von max. 8 Tagen ist dieses Provisorium kaubelastbar. Nach der Einheilungsphase
der Implantate, die zwischen 2 und 6 Monaten beträgt, wird das Provisorium
dann gegen den endgültigen neuen Zahnersatz ausgetauscht.
Gibt es Möglichkeiten, die Behandlungsdauer zu verkürzen (z.B. für
Personen, die aus beruflichen Gründen ein sehr knappes Zeitbudget haben)?
Durch eine Kombination aus Zahnimplantaten und speziellen zahnchirurgischen Techniken
kann grundsätzlich eine erhebliche Verkürzung der Behandlungszeit erreicht
werden. Möglich wird dies durch den Einsatz von Wachstumsfaktoren, die aus
dem Blut des Patienten gewonnen werden. Dabei wird mittels einer speziellen Methode
(PRP) ein Konzentrat aus Wachstumsfaktoren hergestellt. Vor dem Einbringen der
Implantate werden diese mit dem Plasmakonzentrat benetzt, was dazu führt,
dass die Wunde deutlich schneller heilt. Da nur Faktoren aus dem eigenen Blut
des Patienten zum Einsatz kommen, sind Fremdkörperreaktionen oder Allergien
ausgeschlossen. Die PRP-Methode kann allerdings nicht bei jedem Patienten
zum Einsatz kommen. Entscheidende Faktoren sind neben dem Gesamtgesundheitszustand
u.a. der Fortschritt des Kieferknochenabbaus. Ob eine Verkürzung der Behandlungsdauer
durch Einsatz der PRP-Methode im individuellen Fall möglich ist, entscheidet
der behandelnde Implantologe nach gründlicher Diagnose.
Neben PRP existieren jedoch weitere therapeutische Ansätze, mit denen die
Behandlungsdauer verkürzt werden kann. Eine dieser Alternativen ist die
Möglichkeit der sog. Hilfsimplantate. Dabei werden während des Eingriffs
zusätzlich zu den definitiven Implantaten kleine Hilfsimplantate gesetzt,
die sofort belastet werden können. Bis zur Abheilung der definitiven Implantate
sichern sie den Zahnersatz.
Unabhängig von den hier dargestellten Alternativen zur Behandlungsbeschleunigung
trägt in jedem Fall die medikamentöse Vorbehandlung entscheidend dazu
bei, wie schnell die Heilung voranschreitet. Eine ensprechende Entzündungs-
und Schwellungsprävention sollten optimalerweise in Kooperation mit einem
Immunologen bzw. Internisten erfolgen.
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